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14. Kapitel: Fußball
macht Spaß
Karli langweilt sich. Opa
arbeitet im Garten. Er schlägt Holzsstäbe in den Boden und bindet
Tomatenstöcke daran fest. Zuerst hat Karli eine Weile geschaukelt,
dann hat er beobachtet, wie Ameisen immer auf demselben Weg von ihrem Bau
am Gartenrand zum Pflaumenbaum marschierten, dann hat er ein großes
Loch in den Komposthaufen gebohrt, um die Würmer zu ärgern, aber
eigentlich hat nichts davon so richtig Spaß gemacht. Jetzt schießt
er lustlos seinen rotschwarzen Plastikfußball an die Garagenwand.
"Wenn du mal bloß keine
Scheibe einschießt", meint der Opa dazu, "da würde sich dein
Papa aber nicht freuen."
"Ich bin doch Mehmet Scholl,
Opa, und Mehmet Scholl macht keine Fensterscheiben kaputt."
"Ich war früher immer
Fritz Walter", sagt der Opa und lässt die Tomatenstaude los,
die er gerade festbinden wollte.
"Ich habe sogar viele Jahre lang in einer richtigen Fußballmannschaft
gespielt, als Mittelstürmer."
Das hat Karli ja noch gar
nicht gewusst!
"Was ist ein Mittelstürmer?"
Jetzt will er aber genau wissen, wie der Opa früher Fußball
gespielt hat.
"Der Mittelstürmer spielt
ganz vorne im Sturm, so wie Mehmet Scholl, und er schießt die meisten
Tore."
"Opa, hast du auch schon einmal
ein Tor geschossen?"
"Ja, aber selbstverständlich,
ganz viele sogar. Unsere Mannschaft ist sogar einmal aufgestiegen."
"Seid ihr auf das Tor gestiegen?"
Jetzt wundert sich Karli ein bisschen.
"Nein Karli, wenn man aufsteigt,
dann heißt das, dass die Mannschaft, in der man spielt, die beste
war und Meister geworden ist. Im nächsten Jahr spielt man dann in
einer höheren Klasse gegen bessere Mannschaften."
"Warst du der beste Stürmer,
Opa?" Jetzt wird Karli richtig stolz auf seinen Opa.
"Nein, das glaube ich nicht.
Es gab viele gute Stürmer damals. Ich glaube, ich war auch ein ganz
guter Stürmer. Damals, als wir noch ..."
"Opa, Opa, jetzt spielen
wir Fußball!"
Karli schnappt seinen Ball
und rennt zweimal im Kreis herum. Dann schießt er ihn mit voller
Wucht an einen Tomatenstock.
"Komm, Opa, ich bin Mehmet
Scholl und du bist Walter Fritz!"
"Ob ich das noch kann?",
murmelt der Opa, aber er hat jetzt auch richtig Lust darauf bekommen und
kommt zu Karli auf den Rasen. Karli ist inzwischen in die Garage gerannt,
um leere Obstkisten für die Tore zu holen, er kann aber nur drei finden.
Er sucht deshalb noch nach einem geeigneten vierten Torpfosten, aber da
liegt gerade nichts Passendes herum. Plötzlich fällt sein Blick
auf Charlotte. Und so wird Charlotte Torpfosten. Damit der Opa das gegnerische
Tor besser sieht, wird Charlotte Karlis Torpfosten.
Und schon rollt der Ball.
Karli fegt über den Rasen wie ein Wiesel, beim Opa geht es etwas langsamer.
Aber wenn der Opa den Ball hat, kann er ganz toll schießen. Wumm!
der ging aber knapp an Karlis Tor vorbei! Nach fünf Minuten steht
es schon 3:0 für Karli.
"Opa, im Tor bist du nicht
so gut!", ruft Karli und dann stolpert er über den Ball. Der Ball
springt zur Seite und Opa schießt - der Ball knallt gegen die Tonne.
"Pfosten!", schreit Karli
und der nächste Angriff rollt. Karli trifft jedoch auch nicht und
der Opa kommt wieder zum Schuss.
"Pfosten!"
So ein Pech! Beim dritten
Mal trifft der Opa schon wieder den Pfosten, und dieses Mal wundert er
sich, weil der Pfosten so weit links steht.
"War das Tor vorher nicht
größer, Karli?", fragt er erstaunt und Karli schiebt Charlotte
etwas weiter nach rechts.
Nach den nächsten fünf
Minuten steht es schon 5:0. Jetzt will der Opa aber auch ein Tor schießen.
Er täuscht Karli ganz geschickt, wie er es früher oft als Mittelstürmer
getan hat und steht etwa sieben Meter vor dem
leeren Tor. Schuss! Aber was war
das denn? Der Opa hätte wetten können, dass der Pfosten sich
bewegt hat.
"Pfosten! Pfosten! Schon
wieder Pfosten!"
Karli freut sich riesig.
Noch einmal schaut der Opa ungläubig auf Charlotte, aber dann muss
er Karli hinterherlaufen, der schon wieder ein Tor schießen will.
Nachdem das 6:0 gefallen ist, gibt es einen Elfmeter für Karli, weil
der Opa ihn am Ärmel festgehalten hat.
"Das war Foul", beschwert
sich Karli, "das gilt nicht!"
"Ich habe keine Puste mehr",
stöhnt Opa, "ich bleibe gleich in deinem Tor stehen", und er stellt
sich in Karlis Tor. Karli schießt und der Opa bekommt gerade noch
seine rechte Faust an den Ball.
"Klasse, Opa, toll gehalten!",
ruft Karli, und dann hört der Opa plötzlich hinter sich:
"Große Klasse!"
Er dreht sich um, da steht
aber nur die Tonne. Er starrt sie an und kratzt sich nachdenklich am Hinterkopf.
"Charlotte, Charlotte, dann
stimmt das am Ende sogar, was der Bengel erzählt hat?"
Und er zwinkert Charlotte
mit dem linken Auge zu. Charlotte öffnet zweimal ganz leicht den Deckel
und klappert so leise, dass nur der Opa es hören kann.
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